monikit erhält 1,86 Mio. Euro für die weitere Entwicklung seines mobilen Detektors für epileptische Anfälle

Neues System zur Erkennung und Dokumentation epileptischer Anfälle

  • Unterstützung vom Life Science Inkubator (LSI) Bonn

  • Neues System zur Erkennung und Dokumentation epileptischer Anfälle ermöglicht maßgeschneiderte Medikation


Tübingen/Bonn, 22.11.2018 -- Das Tübinger Ausgründungsprojekt monikit gab heute die Aufnahme in die Inkubation am Life Science Inkubator (LSI) in Bonn bekannt. Damit sichert sich monikit nicht nur eine Projektfinanzierung in Höhe von 1,86 Mio. Euro, sondern auch Unterstützung durch erfahrene Experten im Bereich Life Science und Medizintechnik.

monikit entwickelt ein System zur sensitiven und automatischen Erkennung und Dokumentation von generalisierten und fokalen epileptischen Anfällen im Alltag. Die dafür erforderliche Technologie basiert auf einem mobilen Sensorsystem und einem eigens entwickelten Algorithmus. Mit dem von monikit entwickelten Produkt wird es erstmalig möglich, objektive Informationen über das Auftreten und die Art epileptischer Anfälle während des täglichen Lebens des Patienten zu registrieren. Für den behandelnden Arzt ist es dadurch einfacher, die Medikation der Patienten individuell einzustellen und damit schnellere und bessere Therapieerfolge zu erzielen. Darüber hinaus kann die monikit-Technologie auch zur Alarmierung von Angehörigen bei einem schweren Anfall genutzt werden.

Die Idee von monikit kam von den beiden Gründern Florian Lutz und Kevin Klett während ihres Masterstudiums. Auch Prof. Dr. Yvonne Weber, wissenschaftliche Beraterin von monikit und Leitende Oberärztin der Abteilung Neurologie mit Schwerpunkt Epileptologie am Universitätsklinikum Tübingen sowie Wissenschaftlerin des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung, erkannte sehr schnell das Potenzial eines mobilen Anfallsdetektors. Am Universitätsklinikum Tübingen forschte das Projektteam erfolgreich nach Merkmalen in Gesundheitswerten, die durch epileptische Anfälle verändert werden. Diese Merkmale bilden nunmehr die Grundlage für den innovativen Anfallerkennungsalgorithmus von monikit.

monikit erhält nun am LSI für die weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeit in den kommenden drei Jahren ca. 1,86 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Damit kann das Team die nächsten Schritte in der weiteren Technologie- und Produktentwicklung umsetzen.

„Wir sehen großen Bedarf für einen mobilen Anfallsdetektor sowohl im Bereich der personalisierten Therapie als auch im ambulanten Monitoring von Epilepsiepatienten“, erklärte Kevin Klett. Florian Lutz ergänzte: „Mit der Finanzierung werden wir zunächst unser Team in den Bereichen Computer- und Data-Science verstärken sowie umfangreiche klinische Datenerhebungen an Epilepsie-Patienten durchführen.“

„Wir freuen uns sehr, diesem ambitionierten Projekt und dem sehr engagierten Projektteam nicht nur die weitere Projektfinanzierung, sondern darüber hinaus auch unser gesamtes Netzwerk und Know-how im Bereich Medizintechnik anbieten zu können“, sagte Dr. Jörg Fregien, Geschäftsführer des LSI.

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Über Epilepsie

Epilepsie gehört mit über 50 Millionen Betroffenen weltweit zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch wiederholtes Auftreten von nicht provozierten generalisierten oder fokalen epileptischen Anfällen. Letztere beschränken sich auf einen Bereich im Hirn und sind für Außenstehende visuell eher unauffällig, während generalisierte Anfälle das gesamte Großhirn umfassen und oft mit Versteifung und rhythmisch zuckenden Bewegungen einhergehen. Die Behandlung der Erkrankung erfolgt initial medikamentös. Für den Therapieerfolg bedarf es jedoch einer präzisen Diagnose der Erkrankung auf Basis der im stationären Umfeld als auch im Alltag dokumentierten und klassifizierten Anfälle.

Über monikit

Die Projektgruppe monikit forscht seit 2016 gemeinsam mit den Ärzten und Epileptologen Dr. Dr. Henner Koch und Prof. Dr. Yvonne Weber, Abteilung Neurologie mit Schwerpunkt Epileptologie, Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, am Universitätsklinikum Tübingen. Das Projekt wurde zunächst durch ein EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi, 2016) und dann im Rahmen des Programms „Junge Innovatoren“ gefördert (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, 2017/2018). Mit der Aufnahme am LSI in Bonn erhält monikit nun eine dreijährige Projektfinanzierung in Höhe von 1,86 Millionen Euro.

Über das Universitätsklinikum Tübingen

1805 gegründet, gehört das Tübinger Universitätsklinikum zu den führenden Zentren der deutschen Hochschulmedizin. Als eines der 33 Universitätsklinika in Deutschland trägt es zum erfolgreichen Verbund von Hochleistungsmedizin, Forschung und Lehre bei.

Weit über 400 000 stationäre und ambulante Patienten aus aller Welt profitieren jährlich von dieser Verbindung aus Wissenschaft und Praxis. Die Kliniken, Institute und Zentren vereinen alle Spezialisten unter einem Dach. Die Experten arbeiten fachübergreifend zusammen und bieten jedem Patienten die optimale Behandlung ausgerichtet an den neuesten Forschungsergebnissen. Das Universitätsklinikum Tübingen forscht für bessere Diagnosen, Therapien und Heilungschancen, viele neue Behandlungsmethoden werden hier klinisch erprobt und angewandt.

Neurowissenschaften, Onkologie und Immunologie, Infektionsforschung und Vaskuläre Medizin mit Diabetes-Forschung sind Forschungsschwerpunkte in Tübingen. Das Universitätsklinikum ist in vier der sechs von der Bundesregierung initiierten Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung verlässlicher Partner. www.medizin.uni-tuebingen.de

Über das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)

Das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) wurde 2001 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, dem Land Baden-Württemberg, der Eberhard Karls Universität und ihrer medizinischen Fakultät sowie dem Universitätsklinikum Tübingen gegründet. Das HIH beschäftigt sich mit einem der faszinierendsten Forschungsfelder der Gegenwart: der Entschlüsselung des menschlichen Gehirns. Im Zentrum steht die Frage, wie bestimmte Erkrankungen die Arbeitsweise dieses Organs beeinträchtigen. Dabei schlägt das HIH die Brücke von der Grundlagenforschung zur klinischen Anwendung. Ziel ist, neue und wirksamere Strategien der Diagnose, Therapie und Prävention zu ermöglichen. Derzeit sind 21 Professoren und rund 380 Mitarbeiter am Institut beschäftigt.

 

Über die Life Science Inkubator GmbH (LSI)

Die am Bonner Forschungszentrum caesar ansässige Life Science Inkubator GmbH (LSI) bietet Gründungsinteressierten ein in Deutschland einzigartiges Inkubationskonzept. Innovative Projekte aus den Bereichen Biotechnologie, Pharmazie und Medizintechnik werden in einem frühen Stadium evaluiert und gemeinsam mit der Projektgruppe bis zur Finanzierungs- und Markreife entwickelt. Das Inkubationskonzept beruht auf den fünf Säulen Evaluierung, Inkubationsfinanzierung, Projektsteuerung, Personalentwicklung und Transfer in die Unternehmenswelt. Nach erfolgreicher Ausgründung steht mit der LSI Pre-Seed-Fonds GmbH eine eigene Fondsgesellschaft für die Folgefinanzierung zur Verfügung.

Für weitere Informationen: www.life-science-inkubator.de

 

Ansprechpartner:

Kevin Klett
Life Science Inkubator GmbH
Ludwig-Erhard-Allee 2
53175 Bonn

Tel.: 0228-227790-17
Fax: 0228-227790-29
klett(at)life-science-inkubator.de

 

Prof. Dr. Yvonne Weber
Universitätsklinikum Tübingen, Abteilung Neurologie mit Schwerpunkt Epileptologie
Hertie-Institut für klinische Hirnforschung
Hoppe-Seyler Straße 3
72076 Tübingen

Tel.: 07071-29-80443
Fax: 07071-29-4488
yvonne.weber(at)uni-tuebingen.de

 

Dr. Mareike Kardinal
Leitung Kommunikation
Hertie-Institut für klinische Hirnforschung
Otfried-Müller-Str. 27
72076 Tübingen

Tel: 07071 29-8 88 00
Fax: 07071 29-2 50 04
mareike.kardinal(at)medizin.uni-tuebingen.de

 

Dr. Frank Striggow
Chief Operating Officer (COO)
Life Science Inkubator GmbH
Ludwig-Erhard-Allee 2
53175 Bonn

Tel.: 0228-227790-33
Fax: 0228-227790-29
striggow(at)life-science-inkubator.de

 

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